Einzelhandelslösungen der CDU reduzieren sich auf das Einkaufszentrum eines Anbieters
Die Veranstaltung von Einzelhändlern, Gewerbevermietern und FDP Siegburg war ein toller Erfolg – so sahen es zumindest die Teilnehmer. Die mehr als 70 Gäste im Siegburger Brauhaus brachten eine Vielzahl von Gedanken zur Situation des Einzelhandels in Siegburg ins Gespräch. Leider überschattete der Geist eines Einkaufscenters von ECE die Gespräche immer wieder und verengten die Breite der Diskussionen. Es outeten sich im Verlauf des Abends sowohl Befürworter als auch strikte Gegner eines Einkaufszentrums in der Siegburger Innenstadt. Für eine Vielzahl der Teilnehmer stand jedoch auch nach Ende der Veranstaltung noch nicht fest, ob es sich hier um einen Fluch oder einen Segen handeln wird.
Fest stand jedoch, dass Bürgermeister Huhn ohne Not den Geist eines Einkaufszentrums der Firma ECE heraufbeschwor und ihn nun nicht mehr los wird – und dies hat viele negative Folgen: Den Beteiligten fehlt auf nicht absehbare Zeit die Planungssicherheit. So ist der Investor Interboden, der die alte Kaufhalle abreißen und eine Gewerbeeinheit mit neuem Flair aufbauen wollte, erst einmal in die Defensive gegangen. Vermieter und wechselwillige Mieter tun sich im Moment mit Vertragsentscheidungen schwer und die Preise für Grundstücke in der Innenstadt dürften nicht mehr kalkulierbar sein. Schließlich kam von einigen Seiten die Frage nach einem Wettbewerb der Konzepte auf, wenn denn schon über ein Einkaufszentrum nachgedacht wird. „Wieso hat sich die Stadt auf ECE und dessen Konzept offensichtlich schon festgelegt“, fasste ein Teilnehmer nach der Veranstaltung die Fragen zusammen, „ und wieso gab es keine Konzeptausschreibungen? Welche Vereinbarungen gibt es schon, von denen wir (Einzelhändler) nichts wissen und welche Handlungsräume bleiben dann noch?“.   Â
Konsens bestand dagegen bei der Attraktivität des Standortes Siegburg, seiner gesunden Einzelhandelsstruktur und seiner Zukunftsfähigkeit. Mehrmals wurde auf das Fehlen größerer Verkaufsflächen hingewiesen, die Filialisten wie z.B. H&M für ihren Betrieb benötigen. Diese größeren Anbieter haben eine eigene „Gravitation“, die kleine Gewerbeeinheiten anzieht. Die notwendig großen Verkaufsflächen finden sich unter den relativ klein parzellierten Innenstadtlagen zu selten bis gar nicht. Allerdings schlossen viele der Teilnehmer, dass dafür nicht zwangsläufig allein ein Einkaufszentrum die Lösung sein muss.
Immer wieder wurde auf den zusätzlichen Bedarf von Einkaufsmöglichkeiten für jüngere, trendige Kunden hingewiesen. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene prägen zusätzlich den Eindruck von Modernität und Leben im Spartenmix der Stadt. Auch fehlt es an attraktiver Gastronomie im mittleren Segment.
Nachdem schon im Rahmen der ersten Umfrage klar wurde, dass das vorhandene Stadtmarketing nicht zu einer Lösung der Probleme beitragen kann, kam der Aufruf aus den Reihen der Teilnehmer zu neuen, gemeinsamen Initiativen. Schon in der ersten Juniwoche will man sich treffen.
Nach 2 Stunden intensiver Gespräche ging man mit mehr Zuversicht und neuem Biss auseinander. Die FDP wird die weitere Entwicklung mit klarer Position für den Siegburger Mittelstand begleiten.





