Erziehung und Behandlung statt Resozialisierung

FDP Siegburg

Samstag
31. Juli. 10
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Erziehung und Behandlung statt Resozialisierung

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Bürgerveranstaltung der FDP Siegburg mit der JVA Siegburg

Die Nachrichten in der jüngeren Vergangenheit waren beunruhigend: Erst Folter und Mord an einem Mitgefangenen, dann Selbstmorde von Häftlingen. Die Siegburger Justizvollzugsanstalt machte negativ von sich reden.
Unter diesem Eindruck besuchten auf Einladung von FDP Siegburg und JVA Siegburg 20 Siegburger Bürger die Justizvollzugsanstalt für jugendliche Straftäter auf dem Brückberg. Unter fachkundiger Führung von Herrn Wolfgang Klein, dem Leiter der Justizvollzugsanstalt, ging es zwei Stunden rund um das Thema Strafvollzug für Jugendliche. Erst traf man sich im Konferenzraum der Anstalt zu einer sehr intensiven und sehr offenen Frage- und Antwortrunde. Dabei erfuhren die Besucher viel von den Aufgaben und Zielen des Strafvollzuges in Siegburg. Neu war z.B. für viele, dass es einen Unterschied im Strafvollzug für jugendliche und erwachsene Straftäter gibt. Siegburg ist seit den genannten Vorfällen alleine auf den Jugendstrafvollzug ausgerichtet. Bei den Jugendlichen stehen Erziehung und Behandlung im Vordergrund, bei den Erwachsenen die Resozialisierung, also die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Außerdem erfuhr man, dass den Jugendlichen sowohl schulische als auch berufsausbildende Angebote gemacht werden, um ihnen nach der Entlassung eine Chance auf ein straffreies Leben zu geben. Ein qualifiziertes Team von Ausbildern, Lehrern, Sozialarbeitern und Psychologen kümmert sich um diese wichtigen Aufgaben.
Danach ging es ins Innere der Anstalt, mitten unter die Gefangenen. Nachdem sich die erste Beklommenheit gelegt hatte, traf man jugendliche Straftäter in ihrem Klassenzimmer zu einem Gedankenaustausch. Das anstaltsintegrierte Schulangebot bietet die Möglichkeit zur Fortsetzung des Schulbesuchs und zum Nachholen von Schulabschlüssen. Da unter den Besuchern auch ehemalige Lehrer der „Schule im Knast“ waren, ergab sich sehr schnell ein fachkundiges und angeregtes Gespräch.

Schließlich waren die Besucher dann doch froh, nach Durchlaufen der Sicherheitsschleusen wieder auf freien Fuß gesetzt worden zu sein.
Was bleibt, sind tiefe Eindrücke von dem Erlebten. Da sitzen in der JVA rechtskräftig verurteilte Straftäter, die sich teilweise brutaler Kapitalverbrechen schuldig gemacht haben. Das sind Menschen, um die man schon instinktiv einen Bogen macht – hier war der Besucher mitten unter Ihnen. Man schaute jugendlichen Tätern direkt ins Gesicht und dieses unterschied sich in gar nichts von einem Gesicht auf Fotos von einer Schulklasse. Das ist verwirrend. Alle waren sich jedoch einig darin, dass die 300 Mitarbeiter der JVA Siegburg unter der Leitung von Wolfgang Klein einen für die Gesellschaft wichtigen und verantwortungsvollen Job gut machen. Es hat sich wohl viel getan im Knast.      Â