LIBERALE ZEITUNG der FDP Siegburg 08.2017: Rathaus

Sanierung Rathaus – lieber noch mal neu denken

Die Diskussion um die Sanierung oder einen Neubau läuft schon seit mehreren Jahren und befindet sich jetzt in der Endphase. Bei den verbleibenden vier Alternativen (Sanierung, Neubau auf dem Allianzparkplatz, beim Med-Center oder am alten Standort) ist keine wirklich zufriedenstellende Lösung zu finden. Entweder zu teuer oder mit zweifachem Umzug verbunden oder zu geringe Fläche. Irgendwie stecken wir in der Sackgasse. Unter solchen Umständen muss man wohl beginnen, einfach mal „neu zu denken“.

Der untersuchende Architekt geht bei seinen Überlegungen immer von einem traditionellen Rathaus aus. Nach dem Motto: Alles unter einem Dach. Aber heute, in Zeiten der  Digitalisierung, ist so etwas nicht mehr zwingend notwendig. Anfang der zwanziger Jahre sollen Akten nur noch in digitaler Form vorliegen. Das bedeutet auch, dass sich in den Rathäusern für die Bürger etwas ändert. Sie werden ihren Kontakt in einem One-Stopp-Shop erledigen, soweit sie überhaupt den persönlichen Gang zum Rathaus benötigen und nicht über E-Government-Systeme alles von zu Hause erledigen werden. 

 

Pläne, Bauvoranfragen und Baugenehmigungen werden in digitaler Form in einer Konferenzschaltung zwischen den beteiligten Ämtern, den Antragstellern, Architekten und Bauwilligen beraten und entschieden. Die Arbeitsprozesse und Abläufe, aber auch die Zusammenarbeit der Verwaltung mit den gewählten Vertretern werden sich verändern.

Warum also nicht ein städtebaulich ansprechendes Gebäude als Bürger-Rathaus errichten? Dieses Gebäude bietet dann Raum für den Empfangsbereich, die Verwaltungsführung, Sitzungssäle, Fraktionen, Ämter mit viel Publikumsverkehr und sonstige gewünschte Einheiten. In einem Zweckbau werden dann auf städtischem Grund und Boden alle übrigen Ämter und Einrichtungen untergebracht und mit einer stabilen Datenleitung verbunden. Das könnte dann eine preiswerte und effiziente Lösung sein.