Pressemitteilung vom 18. September 2018: FDP befürchtet Ende der Kinderbetreuung durch die Katholische Kirche

Mit der aktuellen Übernahme der KiTa St. Anno befürchtet die FDP im Rat der Stadt den endgültige Ausstieg der Katholischen Kirche als Träger von Kindertagesstätten. Damit stößt die Kirche einen elementaren Pfeiler des „Zukunft jetzt“-Gedankens um. Im Fall von St. Anno hatte sich das Ausscheiden schon seit 2014 andeutete. Auch Bürgermeister Huhn hatte damals den Versuch der Kirche, den Kindergarten abzustoßen als „unbegreiflich“ kritisiert. 

Das führt in Siegburg auch an anderer Stelle zu einer Veränderung in der Trägerlandschaft. Während andere Gemeinden Zug um Zug dazu übergehen, die städtischen Kindergärten auf freie Träger, auf Elterninitiativen und sogar auf professionelle Kindergartenbetreiber zu übertragen, beginnt nunmehr in Siegburg die Umkehrung dieses Vorganges. Nach der Übernahme der neuen Kita in Kaldauen kommt nun St. Anno in die städtische Trägerschaft. Auch wenn die Elternschaft eine Übertragung von St. Anno auf die Stadt einstimmig wünscht, ist das aus der Sicht der FDP nur der nächstliegende Weg, den die Stadt als Verantwortliche schließlich mitgeht. Dass es auch anders möglich ist, zeigen beispielhaft Träger wie das Rote Kreuz, das nach und nach den Bestand auf 4 Kitas erweitert hat, die Elterninitiative Murkel, die ihr Angebot von 1990 bis heute auf drei Kitas ausgebaut hat und die Jugendbehindertenhife, die ihre zweite Einrichtung, übrigens auch von der Kirche, übernommen hat.

 

„Wir bestärken die Stadt sehr darin, für ihre Kindertagesstätten Träger zu finden, die den Betrieb der Kitas übernehmen, denn nur so kann ein buntes, vielfältiges und wettbewerbsmäßiges Betreuungsangebot in Siegburg fortbestehen“, so die Sprecherin der FDP-Fraktion im Jugendhilfeausschuss, Ingrid Rumland. „Sicherlich sind die Anforderungen an die Träger durch die U3-Betreuung, Qualitätsmanagement und Inklusion größer geworden. Bisher haben die unterschiedlichen Träger aber Mittel und Wege gefunden, zum Wohle der Kinder auf die neuen Herausforderungen einzugehen – fachlich, räumlich und finanziell. Die Stadt trat dabei bisher nur unterstützend auf.“ 

 

„Etwas Weiteres gilt es zu bedenken: Durch den Rückfall der Kindertagesstätten an die Stadt wird sich der Personalhaushalt weiter aufbauen und gleichzeitig die Kita- Mitarbeiter an die Tarife des öffentlichen Dienstes binden. Bei Streiks im öffentlichen Dienst, wie 2018 in NRW, wird das Angebot für die Kinder und Eltern drastisch eingeschränkt. Dann ist der städtische Kindergarten eben nicht der verlässliche Partner, den sich die Eltern mit ihrem Votum wünschten, “ so Rumland abschließend.