Pressemitteilung der FDP Kreistagsfraktion Rhein-Sieg vom 27. September 2018: „Lead City“ ist teures Strohfeuer

Siegburg – Im Verkehrsausschuss des Rhein-Sieg-Kreises hat die FDP-Fraktion das Bonner Modellprojekt zur Luftreinhaltung „Lead City“ scharf kritisiert. Der Bund fördert das Programm mit knapp 38 Millionen Euro, das Projekt ist auf zwei Jahre begrenzt. „Wie geht es nach 2020 weiter, wenn es keine Anschlussförderung gibt“, hinterfragt der verkehrspolitische Sprecher der Freidemokraten, Friedrich-Wilhelm Kuhlmann, die Nachhaltigkeit des Konzepts. 

Kuhlmann weiter: „Ich vermisse langfristig angelegte Projekte, um die Verkehrs- und Luftbelastung in der Region nachhaltig zu verringern. Lead City könnte sich als teures Strohfeuer entpuppen.“


Einer der Bausteine ist ein sogenanntes Klimaticket für ÖPNV-Neukunden, das stark subventioniert wird und gegenüber regulären Abos mit 365 Euro pro Jahr sehr günstig ist. Für Kuhlmann ist das Klimaticket gleich aus zwei Gründen problematisch: „Die Beschränkung auf Neukunden ist unfair gegenüber den Stammkunden, die deutlich mehr zahlen müssen. Das Ticket ist außerdem ineffizient, weil Zehntausende Pendler aus dem Bonner Umland nicht in den Genuss des Billigtickets kommen.“ Unverständlich sei zudem, dass das Konzept den Radverkehr kaum berücksichtige.

Als Erfolg wertete Kuhlmann jedoch, dass es gelungen sei, den Rhein-Sieg Kreis zumindest begrenzt an „Lead City“ zu beteiligen. Es soll Angebotsverbesserungen auf den Primärachsen des Busnetzes zwischen Bonn und dem Umland geben. Außerdem soll der Kreis in das Projekt „Betriebliches Mobilitätsmanagement“ eingebunden werden. „Mobilität in der Region hört nicht an der Kreisgrenze auf, das Konzept Lead City in weiten Teilen jedoch schon. Wer die Luft in Bonn sauberer machen will, darf nicht nur von Buschdorf bis Mehlem denken, sondern muss auch das Umland berücksichtigen“, so Kuhlmann abschließend.