Pressemitteilung vom 15. Mai 2019: Minsterin Gebauer vor großen Herausforderungen

Auf einer gut besuchten Veranstaltung der FDP im Stadtmuseum in Siegburg sprach die Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) über die Herausforderungen, den Bildungsauftrag der Schulen organisatorisch und inhaltlich möglich zu machen. Dabei wies sie auf den seit vielen Jahren vorhandenen Lehrermangel hin. Dieser könne nicht von heute auf morgen behoben werden, weil es schon zu wenige Plätze an den Universitäten und Hochschulen für die Lehrerausbildung gäbe. In Gesprächen mit diesen Institutionen und mit dem Finanzminister habe es Fortschritte gegeben, allerdings sei noch mehr erforderlich. 

Gebauer sprach auch über die Bedeutung der Bildung für eine funktionierende Gesellschaft, allerdings könne man nicht alles auf die Schule und die Lehrer projizieren. Es sei Aufgabe und das Recht der Eltern und der Familie, wie es das Grundgesetz auch verlange, einen wesentlichen Teil der Bildung ihrer Kinder zu übernehmen. Im Laufe der Debatte führte sie zu diesen Punkt weiter aus, dass die Kooperation zwischen Eltern, Lehrern und bei Problemfällen auch der Jugendhilfe intensiviert werden müsse.

Die Schulen stünden wegen der schnell fortschreitenden Digitalisierung vor besonderen Aufgaben. Der nun endlich vereinbarte Digitalpakt zwischen Bund und Ländern sei hilfreich, besonders bei der Finanzierung. Allerdings seinen Anschlüsse an das Netz, Verfügbarkeit von Hard- und Software nicht ausreichend, wenn nicht gleichzeitig auch die Lehrer zu Fortbildung animiert werden könnten. Auch hier gäbe es zu wenig Angebote der Hochschulen.

Gebauer zeigte sich zufrieden mit dem Engagement in Siegburg bei Einsatz für die Talentschule, die auf Betreiben der FDP erreicht wurde. Mit dem Schulversuch Talentschule solle erreicht werden, dass die Zahl der Kinder ohne Schulabschluss oder mit einem schlechten Schulabschluss deutlich reduziert werde. Ohne Schulabschluss sei die Integration in das berufliche Leben gehemmt und führe zu gesellschaftlichen Problemen. 

An vielen Beispielen wurde deutlich, dass das Engagement der Bildungseinrichtungen und des Ministeriums beim Finanzminister scheitere. Viele Wünsche, die dringend notwendig wären, könnten nicht erfüllt werden, weil zum Beispiel die Attraktivität des Lehrerberufes an Grundschulen durch eine zu niedrige Besoldung gehemmt würde.      

 Das es zum Ende der Veranstaltung zu einem Schlagabtausch zwischen der Ministerin und dem Bürgermeister der Stadt, Franz Huhn, kam, war auch nach Empfinden vieler Teilnehmer unglücklich. Gebauer charakterisierte seinen Auftritt zu Recht als Wahlkampfrede und wies darauf hin, dass viele seiner Angriffe nichts mit ihrem Ministerium zu tun hätte. Auch die von ihm angesprochenen Mängel bei der Durchführung des Konnexitätsprinzips seien mit den Vertretern der Kommunen in einer Anhörung zu deren Zufriedenheit abschließend geregelt worden.